Bartagamen-
Pogona vitticeps
Winterruhe
Abschließend möchte ich darauf hinweisen, ich übernehme keinerlei Haftung für die von mir aufgestellten Erkenntnisse . Habe es in guten und besten Gewissen niedergeschrieben,bei Fragen und Kritik bitte bei mir in Meinen Forum , danke !
Ich bitte die hier aufgeführten Berichte und Fotos nicht zu kopieren oder anderweitig weiter zu verwenden,bei Bedarf vorher unter meiner Mail teletinie@aol.com Einverständnis einholen,danke!

^

Hier habe ich einige Tipps von Dr. Schneller zu winterschlafende Reptilien. Wichtig dabei ist, dass die Tiere eine Ruhephase bekommen, wo sie sich regenerieren können und halte es nach wie vor , ob man züchten möchte oder nicht , für wichtig !

Brauchen Reptilien einen Winterschlaf?

Eine Frage die immer wieder kontrovers diskutiert wird. Die Meinungen gehen teilweise diametral auseinander. Aus tierärztlicher Sicht ist die Antwort relativ klar: Ja, Reptilien brauchen diese Ruhephase. Dabei gilt aber auch die Regel, dass jede Art und Rasse unterschiedliche Bedürfnisse hat, und dass kranke Tiere nie in einen Winterschlaf versetzt werden sollten. Im Folgenden möchte ich drei physiologische Gründe aufführen, welche den Bedarf des Winterschlafs aus medizinischer Sicht rechtfertigen.
Alle Reptilien haben eine sehr hohe Tendenz Fette in der Leber einzulagern. Diese Notvorräte für schlechte Zeiten müssen regelmässig auf- und abgebaut werden. Aufgebaut werden sie in der warmen Jahreszeit durch die intensive Fütterungsphase, und der Abbau findet während des Winterschlafs statt. Findet dieser Fettabbau nicht statt, verfettet die Leber und ihre Leistungsfähigkeit nimmt zusehends ab. Da die Leber aber die zentrale Produktionsstätte von vielen wichtigen Stoffwechselprodukten ist, kann der ganze Organismus aus den Fugen geraten.

1. Fettstoffwechsel und Hormone
Viele Hormone sind fettlöslich. Deshalb spielt das Leberfett eine zentrale Rolle im Hormonstoffwechsel. Dies erklärt auch, weshalb der Hormonspiegel direkt durch den Winterschlaf beeinflusst wird. Während dieser Zeit werden Körperfette abgebaut, und Hormone, welche für die Paarung und den Geburtsvorgang wichtig sind freigesetzt. So erklärt sich auch der Umstand, dass die Nachzucht bei Tieren mit Winterschlaf erfolgreicher abläuft.

2. Proteinstoffwechsel und Enzyme
Proteine sind einerseits ein wesentlicher Nahrungsbestandteil, und andererseits besteht der Muskelapparat von Reptilien aus Proteinen. Damit Proteine überhaupt auf- und abgebaut werden können, benötigt der Körper Enzyme; so genannte Biokatalysatoren. Diese werden in der Leber produziert und von dort in die Blutbahn abgegeben. Eine Leber welche verfettet, produziert auch zu wenig Enzyme, was wiederum die Nahrungsverwertung und den Muskelaufbau der Tiere negativ beeinflusst.

3. Zuckerstoffwechsel
Zucker ist die Hauptenergiequelle der Reptilien. Zucker wird als Glykogen in der Leber gespeichert und über Leberenzyme in Glucose umgewandelt. Als Glucose steht der Zucker dem Körper dann zur Energiegewinnung zur Verfügung. Wird dieser Kreislauf durch eine verminderte Leistungsfähigkeit der Leber gestört, kann das Tier unter- oder überzuckert werden. Unterzuckert, weil die Speicherreserven (Glykogen) nicht ausreichend mobilisiert und in Glucose umgewandelt werden können. Und überzuckert, weil durch die Nahrung aufgenommenen Zuckereinheiten nicht ausreichend in die Leber eingelagert werden können.

Diese drei physiologischen Zusammenhänge erklären die Notwendigkeit des Winterschlafs aus medizinischer Sicht.

Um einen Winterschlaf in der Praxis erfolgreich umzusetzen, empfiehlt es sich folgende Prinzipien einzuhalten:

1. Tiere unterschiedlicher Art und Rasse haben auch unterschiedliche Winterschlafbedürfnisse. Zuverlässige Fachliteratur informiert über die Bedürfnisse der einzelnen Tiere.

2. Temperatur 4-18°C.

3. Wüstentiere reagieren empfindlicher auf zu tiefe Temperaturen; Tiere der nördlichen Hemisphäre reagieren kältetoleranter.

4. Tiere die mehr als 10% des Körpergewichts verlieren, sollten aufwachen und durch einen Tierarzt untersucht werden.

5. Regelmässige Temperatur- und Gewichtskontrollen.

6. Kranke Tiere nie in den Winterschlaf versetzen.

7. Bei Schildkröten empfiehlt sich eine Wurmprophylaxe 2 Monate vor dem Winterschlaf.

Allgemeines Winterschlaf und Winterruhe Schema:
Dieses Schema ist ein allgemeines Prinzip, welches das grundsätzliche Vorgehen beschreibt.
Unterschiedliche Arten und Rassen haben spezifische Bedürfnisse, welche beachtet und eingehalten werden sollten.

Tag:1 Temperatur langsam senken, Beleuchtung reduzieren und Fütterung einstellen. Tiere auskoten lassen, kann durch regelmässiges Baden gefördert werden.

Tag:30 Gewünschte Temperatur erreicht.

Schlafphase:
Keine Nahrungsaufnahme und alle Lampen ausgeschaltet.

Tag 120-150:  Temperatur und Beleuchtungsdauer langsam steigern.

-->>
Langsam Anfüttern.

Autor: Dr. med. vet. Paul Schneller, Exotentierarzt.ch
12-01-09-Safira_edi-vk
 
<
>
© 2006 - 2016  Kerstin Franke by Mühlhausen