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Zwergbartagamen
Pogona henrylawsoni
Winterruhe
12-06-08-Holly_winterruhe_vk

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, ich übernehme keinerlei Haftung für die von mir aufgestellten Erkenntnisse.Habe es in guten und besten Gewissen niedergeschrieben, 
bei Fragen und Kritik bitte bei mir in Meinen Forum melden , danke !
Ich bitte die hier aufgeführten Berichte und Fotos nicht zu kopieren oder anderweitig weiter zu verwenden,bei Bedarf vorher unter meiner Mail teletinie@aol.com Einverständnis einholen,danke!
Die Winterruhe wurde bei den Zwergbartagamen im Jahr 2007 das erste mal vollzogen, allerdings lief wieder mal nix nach Plan, sie hatten ihre eigene Vorstellung.
Nachdem ich sie im ersten Winter im Alter von 5-6 Monaten nicht schlafen lassen habe, fingen sie im kommenden Sommer an zu schwächeln, lustlos,gruben sich ein und fraßen nicht.
Meine erste Vermutung, sie haben Parasiten und ließ sie vom Tierarzt untersuchen, sowie die Kotprobe - Fehlanzeige, alles im grünen Bereich.

Es war Juni, das schönste Wetter , ich hatte mir ein Flexarium für die beiden Zwergbartagamen zugelegt, damit sie das UVB im Freien genießen konnten. Nein, ich konnte sie für nichts begeistern, wo sie waren, gruben sie sich ein - eigenartig. Nun hatte ich noch den Glauben, ihnen ist es zu warm, manchmal machen sie das, wenn es zu warm ist. Gut, ich schaltete die Sonnenspots aus, es war nur noch das Tageslicht an und kam ...da ja Sommer ...noch auf gute 25°C Temperatur im Terrarium.

Da sie ihre Ruhe wollten, gewährte ich ihnen diese, es fing langsam im Juni an, ab Juli lagen sie ganz fest und ging bis Ende August. Muss sagen, mir war es nicht ganz wohl dabei und hatte keine andere Wahl, als sie ruhen zu lassen.

Ab Ende August kam dann dieser und jener mal geschaut,hielt sich dann auch schon wacker auf den Beinen. Nun versuchte ich langsam die Beleuchtung hochzufahren, mit wenig Stunden die Spotbeleuchtung zugeschaltet...welche auch gleich genutzt wude. Die Eingewöhnungsphase bis sie wieder richtig gefressen haben, dauerte ca. 2 Wochen, dann waren sie topp-fit und flitzten wie gewohnt durch das Terrarium.

Einige Tage später beobachtete ich auch schon Klaus eifrig im Paarungsverhalten und die ersten Paarungen. He, dachte ich mir,wir haben September und die beiden haben jetzt Frühling, sie haben wirklich im Sommer ihren Winterschlaf vollzogen, da wurde es mir erst richtig bewußt. Am 8.Oktober hat Holly die erste Eiablage von 17 befruchteten Eiern gehabt. Noch einige Eiablagen folgten, denn wo wir Winter haben, haben meine beiden Zwergbartagamen Hochsommer und Hochsaison, daran sollte ich mich jetzt gewöhnen *lach*.

Die folgenden Sommerzeiten liefen ebenso ab, Ende Mai fing Holly schon wieder an zu graben OK, ich ließ den Willen meiner Zwergbartagamen Lauf und sie begaben sich ab Mai/Juni in tiefster "Winterruhe", eigentlich müsste man es anders nennen, aber es ist die Ruhe von 2-3 Monaten, wo die Tiere sich wieder regenerieren können.
Der Schlaf hält jedesmal von  Anfang April/Mai bis Juli/August an. Hier noch einige Fotos dazu !

Meine Beobachtungen gegenübner unserer NZ sind nun auch widerum auf diesen Rythmus eingestellt und erhielt gelegentlich Nachricht, dass die Jungtiere sich im Sommer zur Ruhe legten.
Im Grund genommen nicht verkehrt, dann in Australien haben wir in deutschen Sommern auch Winter.:-)









Hier habe ich noch einige Tipps von Dr. Schneller zu winterschlafende Tiere, oder sollte ich besser sagen zu sommerschlafenden Tieren. Egal, wichtig dabei ist, dass die Tiere eine Ruhephase bekommen, wo sie sich regenerieren können.

Brauchen Reptilien einen Winterschlaf?

Eine Frage die immer wieder kontrovers diskutiert wird. Die Meinungen gehen teilweise diametral auseinander. Aus tierärztlicher Sicht ist die Antwort relativ klar: Ja, Reptilien brauchen diese Ruhephase. Dabei gilt aber auch die Regel, dass jede Art und Rasse unterschiedliche Bedürfnisse hat, und dass kranke Tiere nie in einen Winterschlaf versetzt werden sollten. Im Folgenden möchte ich drei physiologische Gründe aufführen, welche den Bedarf des Winterschlafs aus medizinischer Sicht rechtfertigen.
Alle Reptilien haben eine sehr hohe Tendenz Fette in der Leber einzulagern. Diese Notvorräte für schlechte Zeiten müssen regelmässig auf- und abgebaut werden. Aufgebaut werden sie in der warmen Jahreszeit durch die intensive Fütterungsphase, und der Abbau findet während des Winterschlafs statt. Findet dieser Fettabbau nicht statt, verfettet die Leber und ihre Leistungsfähigkeit nimmt zusehends ab. Da die Leber aber die zentrale Produktionsstätte von vielen wichtigen Stoffwechselprodukten ist, kann der ganze Organismus aus den Fugen geraten.

1. Fettstoffwechsel und Hormone
Viele Hormone sind fettlöslich. Deshalb spielt das Leberfett eine zentrale Rolle im Hormonstoffwechsel. Dies erklärt auch, weshalb der Hormonspiegel direkt durch den Winterschlaf beeinflusst wird. Während dieser Zeit werden Körperfette abgebaut, und Hormone, welche für die Paarung und den Geburtsvorgang wichtig sind freigesetzt. So erklärt sich auch der Umstand, dass die Nachzucht bei Tieren mit Winterschlaf erfolgreicher abläuft.

2. Proteinstoffwechsel und Enzyme
Proteine sind einerseits ein wesentlicher Nahrungsbestandteil, und andererseits besteht der Muskelapparat von Reptilien aus Proteinen. Damit Proteine überhaupt auf- und abgebaut werden können, benötigt der Körper Enzyme; so genannte Biokatalysatoren. Diese werden in der Leber produziert und von dort in die Blutbahn abgegeben. Eine Leber welche verfettet, produziert auch zu wenig Enzyme, was wiederum die Nahrungsverwertung und den Muskelaufbau der Tiere negativ beeinflusst.

3. Zuckerstoffwechsel
Zucker ist die Hauptenergiequelle der Reptilien. Zucker wird als Glykogen in der Leber gespeichert und über Leberenzyme in Glucose umgewandelt. Als Glucose steht der Zucker dem Körper dann zur Energiegewinnung zur Verfügung. Wird dieser Kreislauf durch eine verminderte Leistungsfähigkeit der Leber gestört, kann das Tier unter- oder überzuckert werden. Unterzuckert, weil die Speicherreserven (Glykogen) nicht ausreichend mobilisiert und in Glucose umgewandelt werden können. Und überzuckert, weil durch die Nahrung aufgenommenen Zuckereinheiten nicht ausreichend in die Leber eingelagert werden können.

Diese drei physiologischen Zusammenhänge erklären die Notwendigkeit des Winterschlafs aus medizinischer Sicht.

Um einen Winterschlaf in der Praxis erfolgreich umzusetzen, empfiehlt es sich folgende Prinzipien einzuhalten:

1. Tiere unterschiedlicher Art und Rasse haben auch unterschiedliche Winterschlafbedürfnisse. Zuverlässige Fachliteratur informiert über die Bedürfnisse der einzelnen Tiere.

2. Temperatur 4-18°C.

3. Wüstentiere reagieren empfindlicher auf zu tiefe Temperaturen; Tiere der nördlichen Hemisphäre reagieren kältetoleranter.

4. Tiere die mehr als 10% des Körpergewichts verlieren, sollten aufwachen und durch einen Tierarzt untersucht werden.

5. Regelmässige Temperatur- und Gewichtskontrollen.

6. Kranke Tiere nie in den Winterschlaf versetzen.

7. Bei Schildkröten empfiehlt sich eine Wurmprophylaxe 2 Monate vor dem Winterschlaf.

Allgemeines Winterschlaf und Winterruhe Schema:
Dieses Schema ist ein allgemeines Prinzip, welches das grundsätzliche Vorgehen beschreibt.
Unterschiedliche Arten und Rassen haben spezifische Bedürfnisse, welche beachtet und eingehalten werden sollten.

Tag:1 Temperatur langsam senken, Beleuchtung reduzieren und Fütterung einstellen. Tiere auskoten lassen, kann durch regelmässiges Baden gefördert werden.

Tag:30 Gewünschte Temperatur erreicht.

Schlafphase:
Keine Nahrungsaufnahme und alle Lampen ausgeschaltet.

Tag 120-150:  Temperatur und Beleuchtungsdauer langsam steigern.

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Langsam Anfüttern.

Autor: Dr. med. vet. Paul Schneller, Exotentierarzt.ch
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